Die Beschrankte Version des Møbelstaates….

 

 
Kunst im Schrank

 

Eine Gruppe von Studierenden aus unterschiedlichen Fachbereichen der Universitäten Folkwang, Duisburg und Essen hat etwas ganz besonderes in Essen und Umgebung vor: Stadtbeschrankung! Der Kerngedanke ist, die Menschen vor die Tür zu holen, damit sie sich mit eigenen Ideen und Einfällen beteiligen können. Es geht aber auch darum, neue Kontakte zu knüpfen oder einfach Leuten Raum zu geben, die dort ihre Werke präsentieren wollen. 

Ich besuche Lorenza, Helena und Katharina vor Ort in der Werkstatt des Fachbereichs Industriedesign und unterbreche sie mitten in Lackierarbeiten am Schrank. Lorenza erzählt: „Einschneidend war für mich eine Erfahrung im ersten Semester.Wenn es eine Ausstellung gab war es auffällig, dass immer die Gleichen da waren.“ Katharina ergänzt: „Die kulturellen Veranstaltungen der Stadt Essen werden einfach nicht weit genug nach Außen transportiert, so dass die Leute nicht wissen wo und was es so alles zu sehen gibt.“

Ohne Vorbehalte der Inszenierung nähern

Die drei Kommillitoninnen studieren im dritten Semester Fotografie an der Folkwang Universität. Zum Team gehören außerdem Kunststudent Stephan und Moritz, der für Kommunikationsdesign eingeschrieben ist. Sie wollen die Ausstellung nach draußen auf die Straße holen, wo die Menschen schneller und einfacher erreichbar sind als in einer Galerie und sich so ohne Vorbehalte die Inszenierung anschauen können. Ein Ansporn für die Gruppe ist es, aus der Universität heraus anderen Menschen ihre Ausstellung zu zeigen, so dass ein Dialog zwischen den Künstler*innen und den Besucher*innen entstehen kann.

Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden begann mit einem Aufruf des Folkwang AStAs, der Student*innen suchte, die Lust auf Projekte im Rahmen des sogenannten LAB haben. Die Folkwang Universität fördert interdisziplinäre Projekte von Studierenden und Externen im Rahmen von LABs, zu denen neben finanzieller Unterstützung auch die Betreuung durch Dozierende gehört.

Seit Februar arbeiten die Künstler*innen in ihrer Freizeit an der Idee und haben auch ihre anfängliche Unsicherheit abgeworfen, ob das Projekt für sie überhaupt zu stemmen ist. Auch die Grundidee wurde weiterentwickelt. „Wir wollten zuerst einen Kasten als Raum für die Ausstellung nehmen, was dann aber zu sehr nach Museum oder Galerie aussah und später verworfen wurde“, erzählt Lorenza. So sei die Idee eines selbstgebauten Schrankes entstanden, der den Besucher*innen schnell und einfach vermitteln soll, dass es davor oder darin etwas zu sehen gibt.

Wohnzimmeratmosphäre

Die Ausstellung ist einmal im Monat geplant und soll je nach Ort und Jahreszeit so angepasst werden, dass eine Wohnzimmeratmosphäre entstehen kann. Das größte Problem bleibt jedoch der Transport der Möbel und Ausstellungsstücke, da nicht nur der Schrank, sondern auch Sessel und Teppiche von einem Ort zum Anderen gebracht werden müssen.Die Gruppe wird außerdem vom Café Konsumreform unterstützt, welches einen kleinen Flohmarkt im hinteren Teil des Cafés anbietet. Hier stehen Regale, die gemietet werden können, um dort Trödel zu verkaufen. Die Studierenden dürfen ab Samstag in einem kostenlosen Regal ihre Werke verkaufen und dürfen die Einnahmen ohne Abzüge für ihr Projekt verwenden. Durch das „Charity-Regal“ können dann Kostenpunkte wie die Produktion des Schrankes und dessen Transport teilweise gedeckt werden.

Vom Campus zum Rheinischen Platz und noch viel weiter

Die EVAG und die UDE ließen sich ebenfalls schnell von dem Projekt begeistern, so dass es keine organisatorischen Schwierigkeiten gab Genehmigungen einzuholen und die ersten Ausstellungen an der Haltestelle Rheinischer Platz sowie auf dem Campus durchzuführen. Helena freut sich bereits auf die ersten Veranstaltungen: „Die Anfangsphase wird interessant, weil sich dann erst herausstellt, ob die Idee funktioniert und die Ausstellung auch in den verschiedenen Stadtteilen gut aufgenommen wird.

Montag wird die Eröffnung am Campus stattfinden und Fotografien und Filme präsentieren. Als musikalische Begleitung ist auch eine Jam Session geplant, um noch mehr Möglichkeiten des Mitmachens anbieten zu können. Am Dienstag werden Fotos gezeigt und Musik gespielt, die deren Atmosphäre aufgreift. „Wir haben für vier Tage Programm, um den Leuten zu zeigen, was möglich ist, und nehmen gerne noch weitere Vorschläge und Bewerbungen an“, sagt Katharina. Die künstlerischen Möglichkeiten sind dabei vielfältig: Laut Flyer kann getanzt, geschauspielert, musiziert, kabarettiert, vorgelesen oder vorgetragen werden. Malerei, Objekte, Fotos und Videos können präsentiert werden. [Li]

Vor Ort am:

20.01-21.01.: Montag–Dienstag: Campus ab 14 Uhr
22.01-23.01.: Mittwoch–Donnerstag: Rhei- nischer Platz ab 16 Uhr

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